Pressemitteilung von "De Fischer ut Grambek"

Fische und Enten als perfektes Paar

Der Betrieb "De Fischer ut Grambek" erhält den Förderpreis Ökologischer Landbau 2012

Für die besonderen Leistungen im Bereich der ökologischen Fischzucht und der ökologischen Teichwirtschaft wurde der Betrieb mit dem Förderpreis ökologischer Landbau 2012 ausgezeichnet.

Fischzucht mit der Haltung von Enten zu kombinieren ist im Grunde keine neue Idee. Aufgrund des vermeintlich hohen Arbeitsaufwandes hat sie in Deutschland aber kaum noch Bedeutung. Der Bioland-Betrieb "De Fischer ut Grambek" in Schleswig-Holstein hat dieses System trotzdem aufge-griffen – und das mit großen Erfolg. Denn bei sehr guten Zunahmen konnte Betriebsleiter Michael Bothstede einen Großteil des benötigten Futters einsparen.

Das Ehepaar Bothstede bewirtschaftete den 1989 übernommenen Betrieb von Anfang an extensiv. In den insgesamt 44 naturnahen gestalteten Teichen wachsen vor allem Karpfen, aber auch Schlei-en, Hechte und Welse. Alle Tiere stammen aus eigener Aufzucht. Die umweltschonende Art der Bewirtschaftung lässt sich direkt an der großen Artenvielfalt rund um die Teiche ablesen. Hier findet man die höchste Zahl bestandsgefährdeter Amphibienarten in Schleswig-Holstein und zahlreiche seltene Insekten und Vögel. Als Schutz vor Kormoranen hat der Betrieb einen Großteil der Teiche mit Netzen überspannt.

Im Jahr 2010 führte Michael Bothstede erstmals die Polykultur mit Enten auf einigen Teichen ein. Er entschied sich dabei bewusst für bedrohte Nutztierrassen wie die Orpington- und Pommernente. Der Einsatz der Enten war mit vielen Vorteilen verbunden. So sank der Pflegeaufwand für die Teiche, weil die Enten die Wasserpflanzen klein halten. Der entscheidende Vorteil ist jedoch der gehaltvolle Kot der Tiere. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind eine willkommene Nahrung für viele Kleintiere im Wasser, die dann von den Fischen gefressen werden.

Durch die Anregung des natürlichen Nahrungsangebotes im Teich konnte Michael Bothstede je nach Wassertemperatur ca. 50 Prozent des für die Fischaufzucht benötigten Futters einsparen. Das zusätzlich benötigte Futter setzt sich aus Bruchkörnern verschiedener Getreidereste zusammen und stammt von einem benachbarten Demeter-Hof. Neben einer sinnvollen Verwertung ergab sich durch die Nutzung der Reste ein weiterer Vorteil: Das Proteinangebot im Futter stieg. Denn das Bruchgetreide enthält zahlreiche proteinreiche Insekten, die bei der Ernte mit gedroschen werden und im Bruchkorngemisch verbleiben.

Die Fangergebnisse erfüllten alle Erwartungen des Betriebsleiters. Im vergangenen Jahr startete das Ehepaar Bothstede daraufhin gemeinsam mit der Universität Kiel ein Forschungsprojekt zum „Einsatz von Bio-Ausputzgetreide in der Ernährung von Bio-Karpfen“. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Bio-Bruchkorngetreide eine hervorragende Möglichkeit bietet, die ökologische Karpfenerzeugung deutlich zu optimieren. Zukünftig möchte De Fischer ut Grambek daher verstärkt Insekten als tierische Eiweißquelle nutzen.

Für Rückfragen und zur weiteren Erläuterung steht Ihnen Herr Michael Bothstede unter Tel. 04542 / 7160 (AB) oder fischzucht-grambek@t-online.de  gern zur Verfügung.