Pressemitteilung Biolandhof Ellenberg

Vom Blauen Schweden bis zur Roten Emmalie

Ellenberg in Kartoffelfeld, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Betriebsleiter Carsten Ellenberg

Sie heißen Ackersegen, Bamberger Hörnchen oder Blauer Schwede – uralte, längst vergessene Kartoffelsorten, die man im normalen Handel meist vergeblich sucht. Es ist das große Verdienst von Karsten Ellenberg, dass er diese und über 100 weitere seltene Sorten auf seinem Biolandbetrieb anbaut und vermehrt. Denn durch sein großes Engagement hat er nicht nur etliche Sorten vor dem Aussterben bewahrt. Er bietet Verbrauchern auch die Möglichkeit, abseits des Standardangebotes "neue" Kartoffelsorten mit ungewöhnlichen Aromen und Kocheigenschaften zu entdecken. Für die besonderen Leistungen im Bereich Pflanzenzucht wurde der Betrieb mit dem 1. Platz des Förderpreises Ökologischer Landbau 2011 ausgezeichnet.

Bereits im Jahr 1996 begann Karsten Ellenberg damit, alte Sorten auf seinen Flächen anzubauen. Diese bezog er anfangs aus der Kartoffelgenbank Groß Lüsewitz, später auch aus Schottland und Peru. Über viele Jahre testete er diese Sorten vor allem auf ihren Geschmack und ihre Eignung für den ökologischen Anbau. Dabei kristallisierten sich etwa 35 Sorten heraus, die er heute als Speisekartoffeln verkauft.

Da die eigenen Flächen für den Anbau nicht mehr ausreichten, wurden nach und nach weitere Biobetriebe der Region in den Anbau und die Vermarktung der Kartoffeln eingebunden. Alle ins Netzwerk integrierten Betriebe profitierten von der großen Nachfrage und der hohen Wertschöpfung, die die ungewöhnlichen Sorten bieten. Neben dem Ab-Hof-Verkauf ist dem Hof Ellenberg vor allem der Karfoffelversandhandel ein wichtiger Vertriebsweg, über den auch internationale Kunden erreicht werden. Regelmäßige Betriebsführungen mit anschließendem Testessen sorgen für eine wachsende Stammkundschaft.

Dass Karsten Ellenberg das gesamte Sortiment mit 100 Sorten regelmäßig vermehrt, hat einen guten Grund: er nutzt sie als Genpool für eigene Kreuzungen. Die ersten Ergebnisse seiner Züchtungsarbeit heißen "Emma", "Rosemarie" und "Rote Emmalie", für den Öko-Anbau geeignete Sorten mit hervorragendem Geschmack. Um die genetische Vielfalt der Sorten nachhaltig zu sichern, wurde mit der Ellenberg’s Kartoffelvielfalt GbR eine eigene Genbank gegründet.

Der Biolandhof Ellenberg leistet mit seiner Arbeit auf vielen Ebenen einen wichtigen Beitrag für die Region und Gesellschaft: Durch die Vermehrung alter Sorten und die intensive Züchtung wird die kostbare Biodiversität der Kartoffel erhalten. Verbraucher erhalten Zugang zu Sorten, die im gewöhnlichen Handel kaum oder gar nicht verfügbar sind. Durch die Vernetzungsarbeit können weitere Betriebe von der hohen Wertschöpfung profitieren, die mit alten Sorten erzielt wird. Und nicht zuletzt entstehen durch die große Verbrauchernachfrage neue Arbeitsplätze.

Kontakt:

Biolandhof Ellenberg
Ebstorfer Str. 1
29576 Barum
Tel.: 05806 304
Internet: www.kartoffelvielfalt.de