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Der Förderpreis Ökologischer Landbau wird organisiert im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

Pressemitteilung Erzeugergemeinschaft Dreschflegel

Am Freitag, den 23. Januar 2009 erhält Dreschflegel aus Witzenhausen (Nordhessen) auf der Grünen Woche in Berlin den diesjährigen Förderpreis Ökologischer Landbau. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis wird für durch die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Frau Ilse Aigner überreicht.

Ausgewählt wurde Dreschflegel für seine besonderen Leistungen bei der Vermarktung seiner Produkte. Dreizehn Dreschflegel-Betriebe produzieren biologisches Saatgut von Gemüse, Blumen, Kräutern und alten Kulturpflanzen. Die Idee dahinter: "Viele Menschen können an vielen Orten Vielfalt lebendig machen" so Anke Radtke, Dreschflegel-Produzentin nahe Kassel.

"Nutzpflanzenvielfalt darf nicht museal erhalten werden, sondern muss genutzt, entwickelt und weiter gegeben werden". Die Betriebe sind über ganz Deutschland verteilt, arbeiten ohne Chef zusammen und sind so vielfältig wie ihre Sorten. Sie sind bei unterschiedlichen Bio-Anbauverbänden (Bioland, demeter, Naturland, Gäa und Verbund Ökohöfe) und haben verschiedene Schwerpunkte: regionale Sortensammlungen, Vermehrung, Neuzüchtung und
Erhaltungszüchtung. Der jährlich erscheinende Katalog "Saaten & Taten" wird in einer Auflage von 27.000 Exemplaren gedruckt. Vermarktet werden Portionstüten über den gemeinsam organisierten Versand in Witzenhausen. Die MitarbeiterInnen im Versand sind in die Entscheidungsprozesse, die im Konsens stattfinden, eingebunden.

"Wir freuen uns sehr über die Preisverleihung", erklärt Ludwig Watschong aus dem Weserbergland, Mitgründer des Dreschflegel, "und sind überrascht, dass Frau Aigner und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz uns und unsere Arbeit unterstützt. Denn wir mischen uns immer wieder mit kritischen Forderungen ein, z.B. was die Gentechnik anbelangt."

"Die Gentechnik bedroht unsere Arbeit", ergänzt Quirin Wember,
Vermehrer der vom Dreschflegel angemeldeten alten Möhrensorte "Duwicker". "Wir brauchen Verbündete beim Widerstand gegen die Einführung der Gentechnik in Deutschland und in Europa."

"In der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit haben wir uns mit anderen deutschsprachigen Saatgutinitiativen zusammen getan. Wir fordern einen Grenzwert von 0,0 Prozent für Saatgut von gentechnikfreien Sorten, geknüpft an das VerursacherInnen- Prinzip: Das heißt, alle Kosten zur Reinhaltung und zur Kontrolle haben die Gentechnik-BetreiberInnen zu
tragen“, erläutert Stefi Clar aus dem Eichsfeld/ Thüringen.

Professor Dr. Jürgen Heß von der Universität Kassel, Fachbereich Ökologische
Agrarwissenschaften wird im Europa-Saal in Halle 7 die Laudatio für alle PreisträgerInnen halten. Dreschflegel hofft dort zu erfahren, nach welchen Kriterien die Jury entschieden hat.

Kontakt:

Dreschflegel e.V.
Langjährig biologische Sortenentwicklung
Förderung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt
Dreschflegel e.V.
Postfach 1213
37202 Witzenhausen