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Förderpreis Ökologischer Landbau 2011

Faltblatt mit Informationen rund um die Bewerbung auf den Förderpreis Ökologischer Landbau 2011.

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10 Jahre Förderpreis Ökologischer Landbau

In einer 72-seitigen Broschüre finden Sie interessante Informationen rund um den Förderpreis und die bisherigen Preisträger.

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Bundesprogramm Ökologischer Landbau

Der Förderpreis Ökologischer Landbau wird organisiert im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

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Hephata Hessisches Diakoniezentrum

Pressemitteilung Hephata

Hephata erhält im Jahr 2008 den ersten Preis des Förderpreises Ökologischer Landbau für seine vorbildlichen und innovativen Leistungen in der Vermarktung ökologisch erzeugter Lebensmittel. Auf der Internationalen Grüne Woche in Berlin wurde der Preis am 25. Januar 2008 von Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), an Hephata-Direktor Peter Göbel-Braun, Frau Silke Boppert und Herrn Burkhard Becker überreicht.

Hephata heißt "Öffne Dich". Dieser Ruf Jesu, von dem in der biblischen Heilungsgeschichte Markus 7, 32-35, erzählt wird, ist Leitlinie des diakonischen Handelns der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens Hephata. Seit über 100 Jahren ist Hephata aktiv tätig in der Hilfe und Begleitung kranker, behinderter und benachteiligter Menschen. Durch aufeinander bezogene therapeutische, pflegerische, bildende und seelsorgerliche Angebote werden Hilfen hoher fachlicher Kompetenz gegeben, die für die Betreuten zur größtmöglichen Selbstständigkeit, zur Persönlichkeitsentwicklung und einem Leben in Würde führen sollen.

Seit Jahrzehnten bilden die Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe ein wichtiges Tätigkeitsfeld für Menschen mit Behinderungen. Die Betriebe - sie verteilen sich auf sechs Standorte in Nord- und Mittelhessen - wirtschaften nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes e.V. Sie leisten in Landwirtschaft, Verarbeitung, Verpackung und Vermarktung einen zentralen Beitrag zur Sicherung von Arbeit und Einkommen der Klienten. Hier erfahren sie auch eine positive Wertschätzung in Form einer sinnstiftenden Tätigkeit. Mehr als 200 Menschen mit Behinderungen und 40 Fachkräfte erbringen mit großer Freude und Können die tägliche Arbeit.

Besondere innovative Leistungen der Hephata-Landwirtschaft

Die landwirtschaftlichen Betriebe Hephatas haben sich in den letzten 15 Jahren kontinuierlich unter betont ökologischen Gesichtspunkten entwickelt. Zunächst stellte die Direktvermarktung eine Neuerung in der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte dar. Die überwiegend selbst erzeugten Biowaren bieten die Klienten und die Mitarbeiter in verschiedenen Hofläden, aber auch auf (Wochen-)Märkten und Messen den Kunden an. Die Gründung der Erzeugergemeinschaft "Berglandkräuter aus Hessen" in 1992 erweiterte das Angebotsspektrum. Von dieser Marke werden jährlich 80.000 Tüten (Tee- und Gewürzkräuter) im Gut Richerode aufbereitet und verpackt.

Einen weiteren Meilenstein bildete die Vermarktung von nach Bio-Kriterien erzeugten Kartoffeln und Feldgemüsen. Zu Beginn der 90er Jahre entstanden in den Gütern Richerode und Halbersdorf Schäl- und Abpackbetriebe. In 1998 wurden 500 Tonnen Biokartoffeln jährlich in geschälter und abgepackter Form an Großverbraucher (z.B. Kliniken) und den Handel vermarktet.

Die gute Marktstellung und -kenntnis führten zu weiteren wegweisenden Konzepten, geprägt vom Bioprinzip, der regionalen Kooperation und nicht zuletzt einer konsequenten Kundenorientierung. Da einzelne Landwirte in der Regel nicht über die Voraussetzungen verfügen, Biokartoffeln und Biogemüse produktgerecht über einen längeren Zeitraum einzulagern, entstand die Idee zur Gründung der "Erzeugergemeinschaft Nordhessen" und der Schaffung einer Lagerhalle nach modernsten Anforderungen. Mit der Umsetzung der Ideen einher ging auch die Modernisierung eines bestehenden Kartoffelschälbetriebs, der mit einer völlig neuen Technik ausgerüstet wurde.

Die erfolgreiche Entwicklung in der Verarbeitung und Vermarktung erforderte weitere Innovationsprozesse. So wurde der Abpackbetrieb auf Grund höherer Umsätze, aber auch wegen neuer Zertifizierungsrichtlinien gemäß des International Food Standards (IFS) erweitert und modernisiert. Die Zertifizierung nach dem IFS-Standard in 2007 erhöht die Chancen im Vermarktungsbereich. Sie schafft damit in den Werkstätten zusätzliche Möglichkeiten in der Begleitung und Betreuung von Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen sowie in der Vermarktung regionaler Erzeugnisse.

Eigenmarke "Hephata BIOGUT"

Bis Mitte 2007 wurden in unseren Betrieben Biokartoffeln und Biozwiebeln in der Edeka-Wertkost Eigenmarke abgepackt sowie in der Marke "Gesundes aus der Region" an Kunden im Rhein-Main-Gebiet geliefert. Die Produktpalette wurde nun seit August 2007 durch die Eigenmarke "Hephata BIOGUT" für die Produktbereiche Biokartoffeln, Biozwiebeln und Biomöhren ergänzt.

Die neue Ausrichtung des Abpackbetriebes beeinflusst durch gemeinsam koordinierten Anbau und Einkauf von Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren sowohl die landwirtschaftlichen Betriebe Hephatas als auch die Lieferanten in der Region. Die regionale Eigenmarke "Hephata BIOGUT" stärkt somit nicht nur die eigene Landwirtschaft, sondern auch die Bioproduzenten in der Region.

Kooperation und Vernetzung

Die Hephata-Betriebe und regional ansässige Höfe arbeiten darüber hinaus in weiteren Verarbeitungs- und Vermarktungsbereichen in enger Abstimmung. Ein sinnvolles Vernetzungsverfahren findet beispielsweise in der Hephata eigenen Metzgerei "Alsfelder Biofleisch" seine konsequente Anwendung (z. B. Ferkelerzeugung - Mast - Metzgerei oder Mutterkuhhaltung - Bullenmast - Metzgerei). Die Zukauftiere stammen von Öko-Betrieben aus der Region. Der regionale Schlachthof liegt nicht weiter als 20 km von den eigenen und den kooperierenden Betrieben entfernt.

Diese Praxis wurde im Rahmen der Messe "BioFach 2006" prämiert. Der hessische Minister für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz vergab an die BioMetzgerei "Alsfelder Biofleisch" erstmals das "Bio-Siegel - Hessen". Mit der Urkundenübergabe wird sichtbar dokumentiert, dass sämtliche Fleisch- und Wurstwaren nicht nur hundertprozentige Bioware sind, sondern dass darüber hinaus die verarbeiteten Rohprodukte aus Hessen stammen. Die Urkunde bestätigt zudem "kurze Wege zum Verbraucher" aber auch "Frische, Transparenz und Sicherheit".

Eine weitere Marke ist unter aktiver Mitarbeit Hephatas mit der "Ei.Q GmbH" entstanden. Hephata ist Gesellschafter dieser Firma, die Bio-Eier nach Höchststandards in den Handel vermarktet. Hephata unterhält in Frielendorf-Leuderode einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 1.300 Legehennen für die Erzeugung von Eiern nach Bioland-Richtlinien. Diesem Betrieb ist eine Eierabpackanlage mit einer Kapazität von bis zu zwei Mio. Eiern im Jahr angegliedert. Die "Ei.Q. GmbH" verfolgt das Ziel, Bioland-Eier bundesweit zu vermarkten. Die Werkstatt in Leuderode ist alleiniger Abpackbetrieb für diese GmbH. Durch die Übernahme dieser zentralen Funktion wird sich die jährliche Abpackmenge bis 2009 vermutlich auf sechs Mio. Eier erhöhen.

Vorbildliche Leistungen für die Abnehmer

Die Verfügbarkeit kontrollierter und zertifizierter regionaler Qualitätsware ist für Verbraucher, Verarbeiter und den Handel eine bedeutende Leistung. Hohe Qualität, Frische, Transparenz und kurze Transportwege sind wesentliche Bestandteile des Produktangebots von Hephata und bieten daher ideale Voraussetzungen für die Kunden. Der Endverbraucher erhält zudem die Möglichkeit, die permanent beworbenen Waren in Hofläden, auf Messen und Märkten oder im Naturkosthandel zu erwerben.

In der Geschichte der Hephata-Betriebe spiegeln sich nicht nur Qualität und Service (Lieferdienste mit Kühlwagen, ideale Bedingungen für die Verarbeitung und Vermarktung), sondern auch Innovationsfähigkeit und nicht zuletzt Glaubwürdigkeit wider. Letzteres auch dadurch, dass gerade die hier arbeitenden Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Herausforderungen mit Kompetenz und Stolz eine sinnvolle Arbeit für die Bedarfe anderer leisten.

Betriebsspiegel

  1. Mitarbeiter: 240 (gesamt)
    • WfbM-Beschäftigte: 188
    • Anleitende Mitarbeiter: 36
    • Integrations-mitarbeiter: 9
    • Sonstige Mitarbeiter: 7
  2. Fläche: 233 ha
    • Grünland: 129 ha
    • Ackerland: 104 ha
  3. Verarbeitung
    • Kartoffeln: 1.000 bis 1.300 to
    • Zwiebeln: 150 to
    • Eier: 3,5 Mio
    • Fleisch: 150 bis 190 to
  4. Tierproduktion
    • Mastschweine: 500
    • Zuchtsauen: 28
    • Ferkel: 560
    • Mastbullen: 30
    • Mastgänse: 300
    • Masthähnchen: 1.000
    • Mutterkühe mit Nachzucht: 35
    • Herdbuchkühe mit Nachzucht: 11
    • 8 Fischteiche mit Forellenzucht
    • Legehennen: 1.800
    • Eier: 471.900

Kontakt:

Hephata Hess. Diakoniezentrum e. V.
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Dirk Richhardt
Elisabeth-Seitz-Straße
34613 Schwalmstadt
Tel.: 06691/18-1102