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Förderpreis Ökologischer Landbau 2011

Faltblatt mit Informationen rund um die Bewerbung auf den Förderpreis Ökologischer Landbau 2011.

Download des Faltblattes

10 Jahre Förderpreis Ökologischer Landbau

In einer 72-seitigen Broschüre finden Sie interessante Informationen rund um den Förderpreis und die bisherigen Preisträger.

Download der Broschüre

Bundesprogramm Ökologischer Landbau

Der Förderpreis Ökologischer Landbau wird organisiert im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

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Begründung der Jury

3. Preis Brunnenhof
Der Brunnenhof hat sich im Bereich Artgerechte Tierhaltung, Tierzucht und -fütterung beworben.

Die Jury schlägt den Brunnenhof als dritten Preisträger vor, weil hier Pionierarbeit für die ökologische Tierhaltung v.a. in der schwierigen Putenhaltung geleistet wird. Auf bis zu 7000 qm² Streuobstwiesen werden in Freilandhaltung und in Folienhäusern als Stall erfolgreich 1500 Puten und 1100 Landgockel in biologisch-dynamischer Wirtschaftweise gehalten.
Die Geflügelhaltung des Brunnenhofs unterscheidet sich grundsätzlich von der konventionellen Geflügelmast durch extensive Rassen (T9- und Bronce-Puten, bei Masthähnchen: ISA 257 und 757) aus ökologischer Elterntierhaltung.
Die Geflügelfütterung erfolgt mit Demeter-Alleinfutter, das mit eigenem und mit Getreide von ökologischen Kooperationsbetrieben ergänzt wird. Der Brunnenhof verwendet grundsätzlich keine Masthilfsmittel; die Tiere brauchen daher eine um vier bis sechs Wochen längere Mastzeit.

Seit 2002 zieht der Brunnenhof seine Puten in eigener Regie auf. In Zusammenarbeit mit anderen Öko-Geflügelbetrieben können auch Küken (Masthähnchen) aus ökologischer Elterntierhaltung eingestallt werden. Eine gesicherte Eiweißversorgung ist das größte Problem in der Putenaufzucht. Während andere Betriebe bis zu vier Aufzucht-Futtermittel einsetzen, werden im Brunnenhof die Jungputen mit gekochten, zerkleinerten Bio-Eiern (so genannte Klein- und Knick-Eier) und mit Kanne-Brottrunk ernährt.
Im Brunnenhof wird Artgerechtigkeit groß geschrieben: Es stört keine automatische Steuerung von Licht, Luft, Futter und Wasser den Tagesablauf der Tiere. Der Brunnenhof setzt konsequent auf Freilandhaltung, wodurch die Tiere ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können und alle Sinne auf natürliche Weise angeregt werden. Die Puten und Landgockel sind selbst im Stall nur durch Folie von der Außenwelt getrennt. Es gibt zwei bis drei Futter- und Einstreutage pro Woche, die Tore werden zum Auslauf tagsüber geöffnet und wegen Fuchsgefahr abends geschlossen.
Bei der eigenen Schlachtung sind nur extrem kurze Transportwege (300 Meter) notwendig. Mit einem Schlachttag und einem Verpackungstag pro Woche wird die Nachfrage gedeckt und die Vermarktung an ca. 1,5 Tagen in der restlichen Woche bewerkstelligt.
Oberste Priorität bei der Tierhaltung auf dem Brunnenhof ist die Gesunderhaltung der Tiere. Ein intensiver Kontakt und Umgang mit den Tieren ermöglicht eine frühzeitige Wahrnehmung von Störungen und Krankheiten. Eine therapeutische Behandlung der Tiere ist nur im Ausnahmefall notwendig, da die Art der Haltung eine aktive Prophylaxe darstellt.

Öffentlichkeitsarbeit findet v.a. an der Theke der Verkaufsstelle des Hofes statt. Dort wird den Kunden der direkte Bezug der Mitarbeiter des Brunnenhofes zu den Tieren vermittelt. Die Aktion „Kunden auf den Brunnenhof“ hat seit 2002 viel Resonanz gefunden. So Besuchergruppen zur Besichtigung und 2004 auch das internationale Bio-Geflügel-Seminar. Durch aktuelle Beteiligung an der Ökomesse Schwäbisch Hall, dem Genießermarkt in Distelhausen, einer kulinarischen Weinprobe und bei der Kochertaler Genießertour konnte der Bekanntheitsgrad des Geflügels vom Brunnenhof stark erhöht werden.
Die Leistungen des Brunnenhofs in der Geflügel- und v.a. der Putenhaltung sind sehr vorbildlich und angesichts der weit verbreiteten Probleme in der Putenmast als Pionierleistung zu bewerten. Das Konzept und die Problemlösungen sind auf ande-re Betriebe in der Praxis übertragbar und machen den Brunnenhof auszeichnungswürdig.