Familienbetrieb Paul und Christine Knoblach
Pressemitteilung Familienbetrieb Knoblach
Mit der Umstellung des Betriebes wurden tiefgreifende Änderungen im Ackerbau und in der Tierhaltung notwendig. In ersten Schritten wurde der Schweinebestand von 50 auf 25 Tiere reduziert, die Betonspalten im Stall zubetoniert und Stroh eingestreut. Nachdem die Vermarktung der Schweine an die Firma tegut, an eine Landmetzgerei und an Direktkunden gesichert war, stellte man 1996 erste Überlegungen zur Ausdehnung der Schweinemast an.
Der im Dorf befindliche Betrieb, eine ca. 700 m2 große Hofstelle, ließ aber keinerlei Erweiterung zu. Die einzig verbleibende Alternative bot sich über einen Stallneubau außerhalb des Dorfes.
Erste amtliche Prüfungen stellten eine Baugenehmigung in Aussicht. Die Kostenschätzungen zur Erschließung und die Förderunfähigkeit von der Aufstockung der Schweinemast allgemein, brachten beim Betriebsleiterehepaar die Ernüchterung. Die Lösung des Problems ergab sich überraschend durch eine Lehrfahrt des Naturland-Verbandes in die Schweiz. Das dortige Modell der Freilandhaltung von Schweinen faszinierte durch seine Flexibilität und Einfachheit.
Das Verfahren wurde modifiziert und im Frühjahr 1999 die erste eigene Weidehaltung begonnen. Im April 1999 liefen die ersten 60 Öko-Ferkel auf einer ca. 1 ha große Weide. Ferkel und Bauer lernten, wie ein Schweineleben unter Freilandbedingungen funktionieren kann. Unterschlupf bei schlechtem Wetter bieten versetzbare Hütten. Pro Tier stehen 160 m2 Weide zur Verfügung.
Nach mittlerweile vier Durchgängen haben sich folgende wesentliche Vorteile dieser Haltungsform herausgestellt:# Durch vergleichsweise niedrige Festkosten für die Weideeinrichtung kann mit der Weidehaltung kurzfristig auf- bzw. abgestockt werden.
- Die aufwendige Strohwirtschaft entfällt und erhöht damit zusätzlich die Rentabilität.
- Die Weidehaltung für Mastschweine ist betreffend der Tiergerechtigkeit jedem System der Stallhaltung überlegen.
- Der Grundwasserschutz ist durch eine Begrenzung auf 60 Tiere pro ha, der vorherigen Einsaat mit Luzerne-Kleegrasgemisch und einer erneuten Belegung nach sechs Jahren Fruchtfolge gegeben.
- Der Schutz vor Parasitose ist durch die langen Intervalle ebenfalls gewährleistet.
- Die Feldstücke werden vor und nach der Weidesaison ackerbaulich genutzt.
- Die Haltungsform entspricht in hohem Maße der EG-Öko-Verordnung für die Tierhaltung von 1999.
- Verbraucher genießen die besondere Qualität der Erzeugnisse aus der Schweine-Weidehaltung.
Besonders geeignet ist das vom Familienbetrieb Knoblach angewandte Modell für Biobetriebe als Fruchtfolgeglied. Aktuelle Diskussionen zur artgerechten Tierhaltung lassen dieses Modell, bei angepassten Tierzahlen, auch für die konventionelle Schweinehaltungen interessant erscheinen.

